Donnerstag, 15. Mai 2014

Langtang und Tsergo Ri


Nach dem ausgiebigen Stadtbummel durch die Gassen von Kathmandu wollten wir unbedingt etwas in die Berge. Also den Rucksack packen und los geht es. -  Nein, so einfach ist das leider nicht. Einige bürokratische Hindernisse gilt es noch zu überwinden, denn man benötigt eine TIMS Karte um die Checkpoints passieren zu können. Um eben diese Karte zu erhalten braucht es eine Kopie des Visa und des Passes sowie Geld, Geduld und einige Passfotos. Glücklicherweise fand sich eine Agentur, welche versprach die Karte inkl. Busticket zu organisieren und alles ins Hotel zu liefern. Nach dem x-ten Anruf und mit 4h Verspätung wurde tatsächlich alles geliefert.
Dass eine 120km Busfahrt bis zum Ausgangspunkt des Trekkings tatsächlich 8h dauern kann, glaubt man erst, wenn man die Reise selber antritt. Die Strassen sind voller Schlaglöcher und bei jedem zweiten Haus will jemand ein- oder aussteigen. Zudem muss der mitgebrachte Einkauf, bestehend aus je 30 kg Reis & Mehl, frischem Gemüse und ungekühltem Fleisch, ebenfalls ausgeladen werden. Etwas gewöhnungsbedürftig sind auch die Checkpoints der Armee sowie der Polizei, wo der Bus inkl. Ladung inspiziert wird und die Touristen (wir waren die einzigen) die vorgängig erwähnten TIMS Karten vorweisen müssen. Als ob das nicht bereits genug wäre, gibt es gelegentlich noch Erdrutsche, welche die Strasse verschütten. Da muss man vor der Weiterfahrt warten, bis alles aufgeräumt ist. Auch da wo die Strasse intakt ist, ist sie aber leider nicht immer wirklich gut ausgebaut und ein Blick in den tiefen Abgrund, welcher nur knapp neben dem äußeren Rad beginnt, sorgt nicht eben für gute Stimmung. Es muss aber erwähnt werden, dass sich auf dieser Strasse seit mind. 5 Jahren keinen Unfall mehr ereignet hat. Offensichtlich wissen die Fahrer, was Sie tun.
Endlich in Syabrubesi angekommen, kriechen wir bald in unsere Betten und fallen in einen tiefen Schlaf. 



Das Langtang Trekking führt in drei Etappen zum Dorf Kyanjin Gompa, welches zuhinterst im sonnigen Talkessel auf 3800m liegt. Die Aussicht auf die umliegenden 6000er- und 7000er-Gipfel ist gewaltig und war für mich ein super Geburtstagsgeschenk. An dieser Stelle möchte ich allen danken, welche an mich gedacht und vielleicht sogar ein SMS ins Daten-Nirvana gesandt haben. Leider hatte ich überhaupt keinen Empfang
Die Gastfreundschaft der Bewohner_innen ist umwerfend. Sie sind sehr bemüht den Touristen ein ordentliches Nachtlager zu bieten und gute Mahlzeiten aufzutischen. Es gibt sogar heisse Solar-Duschen! Wasser und Sonne sind zum Glück im Überfluss vorhanden und so ist dies durchaus vertretbar. Einige Glaziologen der ETH Zürich, welche dort ihre Zelte aufgeschlagen haben, befürchten aber, dass auch hier, gekoppelt an den Gletscherschwund, das Wasser im Sommer knapp werden könnte. Vorläufig werden die Veränderungen genau protokolliert und die Anwohner_innen für die Thematik sensibilisiert. 










Am ersten Tag in Kyanjin Gompa wandern wir zu einem Basecamp zuhinterst im Tal. Viele Bergsteiger sind da aber nicht anzutreffen. Entweder liegt es am einmaligen Apfelstrudel, der die Leute in der Dorfbäckerei zurück hält, oder an den Verhältnissen, wir wissen es nicht. 





Am zweiten Tag nach unserer Ankunft fühlten wir uns genügend akklimatisiert um dem höchsten Gipfel der Region, welcher ohne Ausrüstung bestiegen werden kann, einen Besuch abzustatten. Mit 4984m ist der Tsergo Ri ein kleiner Berg in diesem Tal, für uns beide aber der höchste Gipfel, welchen wir je bestiegen haben. Gerade einmal 6h benötigen wir für den Auf- und Abstieg, was uns etwas überrascht. So beschliessen wir sogleich noch nach Langtang abzusteigen um etwas besser schlafen zu können. Am Folgetag, dem sechsten Tag des Trekkings, steigen wir direkt bis nach Syabrubesi ab. Beim nächsten Mal bringe ich meine Kletterausrüstung mit :-), es hat hier so viele schöne Gipfel!!!







Sonntag, 27. April 2014

Lombok - Komodo - Flores

In Kuta auf Lombok gibt es wunderschöne Sarongs zu kaufen. Diese werden von den Sasak in mühevoller Handarbeit gewoben. Die Sasak leben z.T noch in ihren traditionellen Häusern und sprechen kaum Englisch. Dies hindert sie aber nicht daran, die Touristen anzusprechen, um eines dieser schönen Tücher zu verkaufen. Es gibt hier etwa so viele StrandverkäuferInnen wie Touristen, was dazu führt, dass man pro Tag mindestens zwei Sarongs kaufen müsste, damit alle VerkäuferInnen abends zufrieden nach Hause gehen können. Auch Tina hat sich mal als Strandverkäuferin versucht. So ganz überzeugen konnte sie aber nicht, weil der Sarong-Stapel partout nicht auf dem Kopf bleiben wollte. Was die Sasak-Frauen mit Leichtigkeit machen, war für Tina ein Ding der Unmöglichkeit.
Das Surfcamp Lombok, in welchem wir eine Woche zugebracht haben, hat uns richtig Spass gemacht und die Wellen, welche wir surfen konnten, wurden von Tag zu Tag grösser. Von einigen Wellen wurden wir wie in einer Waschmaschine richtig durchgespült und danach wieder ausgespuckt :-).
Die Drachen in Komodo wollten wir auf keinen Fall verpassen. Um in diese entlegene Gegend zu gelangen, ist das Schiff die angenehmste Variante. So tuckerten wir zwei Tage und Nächte der Küste von Sumbawa entlang, um am Morgen des dritten Tages endlich einen Fuss auf die Dracheninsel setzen zu können. Und tatsächlich, wir haben sie gesehen bzw eigentlich fast übersehen. Ich stand vielleicht 3m neben einer dieser Echsen, ohne sie zu sehen, obwohl sie in der Wiese döste und sich nicht etwa versteckte. Ziemlich gut getarnt, diese Biester, aber zum Glück eher träge und Hirschen mögen sie lieber als Touristen. Die Touristen kommen nur dran, wenn gerade keine Hirschen oder Büffel in Reichweite sind. Quizfrage: Warum ist der Komodowaranenkot weiss?














Montag, 14. April 2014

Mount Rinjani 3726müM

Insbesondere auf Java und Bali steigen am Horizont gelegentlich dünne Rauchfäden in die Höhe und erinnern daran, dass Indonesien ein Land mit vielen aktiven Vulkanen ist. Allein in Java gibt es 35 hoch aktive Vulkane. Die wohl bekannteste Katastrophe war der Ausbruch des Krakatau 1883 und im Jahr 1963 explodierte der Vulkan Agung in Bali, wo just in diesem Moment ein riesiges Fest zu Ehren der Götter der Insel abgehalten wurde. Viele Menschen starben, nicht aber die Priester, welche im Tempel ausharrten und die Götter zu besänftigen versuchten.
Wir hatten nach einigen Tagen auf Gili Air Wanderlust und machten uns auf, um den Vulkan Rinjani auf Lombok - den zweithöchsten Berg Indonesiens - zu besteigen.Von Senaru wanderten wir mit zwei Trägern und einem Guide los. Es ist unglaublich, was die Porter alles mittragen. Reis, Gemüse, Poulet, Snacks, ca. 100 Eier, viel Wasser, Zelte und Schlafsäcke und ganze Kochstationen, welche unsereins höchstens vom Auto zum Zelt tragen würde und auch dies nur, wenn das Auto direkt neben dem Zelt steht. So wurden wir während des ganzen Trekkings drei mal pro Tag bekocht. Dies war auch notwenig, da der Aufstieg zum Gipfel auf 3726m kein Pappenstiel ist. Am meisten gelitten haben aber sicher die Porter, welche jeweils versucht haben, uns beim Wandern zu überholen, um das Camp und das Essen vorzubereiten und danach abzuräumen und uns wieder zu überholen. Naja, vielleicht litt auch der Guide noch etwas stärker. Nach einer fünfmonatigen Pause war dies sein erstes Trekking und wir wollten einfach nie so langsam laufen wie er :-).