Nach dem ausgiebigen Stadtbummel durch die Gassen von Kathmandu wollten wir unbedingt etwas in die Berge. Also den Rucksack packen und los geht es. - Nein, so einfach ist das leider nicht. Einige bürokratische Hindernisse gilt es noch zu überwinden, denn man benötigt eine TIMS Karte um die Checkpoints passieren zu können. Um eben diese Karte zu erhalten braucht es eine Kopie des Visa und des Passes sowie Geld, Geduld und einige Passfotos. Glücklicherweise fand sich eine Agentur, welche versprach die Karte inkl. Busticket zu organisieren und alles ins Hotel zu liefern. Nach dem x-ten Anruf und mit 4h Verspätung wurde tatsächlich alles geliefert.
Dass eine 120km Busfahrt bis zum Ausgangspunkt des Trekkings tatsächlich 8h dauern kann, glaubt man erst, wenn man die Reise selber antritt. Die Strassen sind voller Schlaglöcher und bei jedem zweiten Haus will jemand ein- oder aussteigen. Zudem muss der mitgebrachte Einkauf, bestehend aus je 30 kg Reis & Mehl, frischem Gemüse und ungekühltem Fleisch, ebenfalls ausgeladen werden. Etwas gewöhnungsbedürftig sind auch die Checkpoints der Armee sowie der Polizei, wo der Bus inkl. Ladung inspiziert wird und die Touristen (wir waren die einzigen) die vorgängig erwähnten TIMS Karten vorweisen müssen. Als ob das nicht bereits genug wäre, gibt es gelegentlich noch Erdrutsche, welche die Strasse verschütten. Da muss man vor der Weiterfahrt warten, bis alles aufgeräumt ist. Auch da wo die Strasse intakt ist, ist sie aber leider nicht immer wirklich gut ausgebaut und ein Blick in den tiefen Abgrund, welcher nur knapp neben dem äußeren Rad beginnt, sorgt nicht eben für gute Stimmung. Es muss aber erwähnt werden, dass sich auf dieser Strasse seit mind. 5 Jahren keinen Unfall mehr ereignet hat. Offensichtlich wissen die Fahrer, was Sie tun.
Endlich in Syabrubesi angekommen, kriechen wir bald in unsere Betten und fallen in einen tiefen Schlaf.
Die Gastfreundschaft der Bewohner_innen ist umwerfend. Sie sind sehr bemüht den Touristen ein ordentliches Nachtlager zu bieten und gute Mahlzeiten aufzutischen. Es gibt sogar heisse Solar-Duschen! Wasser und Sonne sind zum Glück im Überfluss vorhanden und so ist dies durchaus vertretbar. Einige Glaziologen der ETH Zürich, welche dort ihre Zelte aufgeschlagen haben, befürchten aber, dass auch hier, gekoppelt an den Gletscherschwund, das Wasser im Sommer knapp werden könnte. Vorläufig werden die Veränderungen genau protokolliert und die Anwohner_innen für die Thematik sensibilisiert.
Am ersten Tag in Kyanjin Gompa wandern wir zu einem Basecamp zuhinterst im Tal. Viele Bergsteiger sind da aber nicht anzutreffen. Entweder liegt es am einmaligen Apfelstrudel, der die Leute in der Dorfbäckerei zurück hält, oder an den Verhältnissen, wir wissen es nicht.
Am zweiten Tag nach unserer Ankunft fühlten wir uns genügend akklimatisiert um dem höchsten Gipfel der Region, welcher ohne Ausrüstung bestiegen werden kann, einen Besuch abzustatten. Mit 4984m ist der Tsergo Ri ein kleiner Berg in diesem Tal, für uns beide aber der höchste Gipfel, welchen wir je bestiegen haben. Gerade einmal 6h benötigen wir für den Auf- und Abstieg, was uns etwas überrascht. So beschliessen wir sogleich noch nach Langtang abzusteigen um etwas besser schlafen zu können. Am Folgetag, dem sechsten Tag des Trekkings, steigen wir direkt bis nach Syabrubesi ab. Beim nächsten Mal bringe ich meine Kletterausrüstung mit :-), es hat hier so viele schöne Gipfel!!!
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